30.03.2009
Deutsche Juniorenmeisterschaft | Der 17 Jahre alte Hofer fegt die ältere Konkurrenz von der Matte. Christoph Neidhardt Dritter, Thorsten Preiß Fünfter. Bayern-Staffel Zweiter.
DRB-Präsident: „Azizsir ein Juwel für den Ringersport“

 


Ramsin Azizsir haben alle gerne. Der Präsident schwärmt und der Trainer verteilt Streicheleinheiten

 

Ramsin Azizsir wurde bei den deutschen Ringer-Juniorenmeisterschaften in Niedernberg bei Aschaffenburg seiner Favoritenrolle im griechisch-römischen Stil gerecht und gewann nach seinem dritten SeniorenPlatz nun in der Altersklasse bis 21 Jahre ganz souverän den Titel in der 84-kg-Klasse. Ringerbund-Präsident Manfred Werner verfolgte die Kämpfe und schwärmte hinterher. „Dieser Ramsin Azizsir ist ein Juwel des deutschen Ringersports.“

Nachdem sich Ramsin souverän ins Finale um die Deutsche Meisterschaft in der Gewichtsklasse bis 84 kg gerungen hat, zeigt er auch dort seine Klasse. Er rang mit viel Übersicht und siegte gegen Thomas Leffler, TuS Jena (Thüringen) 1:0 und 1:0. Im ersten Kampf musste der vor Selbstbewusstsein nur so strotzende Ramsin gegen Robin Kanzler, RSV Hansa 90 Frankfurt/Oder (Brandenburg) antreten. Der im Juni erst 18 Jahre alt werdende Hofer war von Beginn an Chef auf der Matte, gewann die Runden 5:0, 6:0 und feierte unangefochten einen Sieg durch technische Überlegenheit.

Im nächsten Kampf ging es um den Einzug ins Halbfinale. Ramsin traf auf den Hessen Rene Jünger, der gegen den bärenstarken Hofer Bundeswehrsoldaten auf verlorenem Posten stand. In der ersten Runde zwang Ramsin seinen Gegner wieder mit einem wuchtigen Überwurf in die Knie. In der zweiten Runde schonte Ramsin seine Kräfte etwas, ohne in Gefahr zu geraten. Aber es scheint so, dass derzeit niemand Ramsin aufhalten kann.

Bei den deutschen Freistil-Meisterschaften der Junioren 2009 in Unterelchingen vertraten Christoph Neidhardt und Thorsten Preiß die Farben des ASV Hof. Thorsten startete in der Gewichtsklasse bis 66 kg. Nach einem tollen Start mit drei Siegen in Folge zeigte sich ab dem Halbfinale, dass bei Thorsten das „Gewicht machen“ Spuren hinterlassen hat. Nach dem verlorenen Halbfinale musste sich Thorsten auch noch in der Hoffnungsrunde gegen Kai Vögtlin, WKG Weitenau/Wieslet (Südbaden) mit 0:1, 5:0 und 1:0 geschlagen geben und belegte den 5. Platz in dem Teilnehmerfeld von den 22 besten Ringern aus ganz Deutschland. Horst Zeh, Chef-Landestrainer und bekanntlich Vereinstrainer beim ASV Hof, war mit dem Abschneiden von Thorsten Preiß zufrieden. „Dieser 5. Platz bei einer deutschen Meisterschaft ist ein toller Erfolg, auch wenn heute deutlich mehr drin war für Thorsten.“

Nach einem Sieg und einer Niederlage kam es bei Christoph im dritten Kampf darauf an, sich eine Medaille zu sichern. Der Hofer zeigte sich wie im ersten Kampf von seiner besten Seite und besiegte Christoph Schinke, Leipziger SV Südwest (Sachsen) klar mit 6:0,5:0 und anschließendem Schultersieg. Zehs Fazit; „Ich bin mir sicher, dass Christoph seinen Weg machen wird. Vielleicht schafft er schon in dieser Saison den Sprung in die Hofer Bundesliga-Mannschaft.“

Dass der Bayerische Landesverband trotz der guten Hofer Platzierungen in der Länderwertung „nur“ Platz zwei belegte, ärgerte den Hofer Trainer dann aber doch. „Wir haben einige Punkte liegen gelassen und mussten Brandenburg den Vortritt lassen. Wir haben leider paar verletzte Ringer und konnten somit nur mit 13 Athleten antreten (Brandenburg 19 Ringer). Bayern hatte 42 Punkte, Brandenburg 52. P.L.