
maximalen Erfolg in der
Ringer-Bundesliga. Archivfoto: Hermann Kauper
Von Sören Göpel
„In letzter Zeit gab es viele Fragen und Gerüchte um den
ASV Hof. Heute wollen wir ein bisschen Klarheit schaffen.“
Götz Gemeinhardt, der bei den Hofer Bundesligaringern
bekanntlich als Hallensprecher fungiert, moderierte am
gestrigen Mittwoch eine einberufene Pressekonferenz, in der
ASV-Präsident Wolfgang Fleischer sowie seine
Vorstandskollegen die zahlreichen Fragen beantworteten und
auf die neuesten Entwicklungen im Verein eingingen.
Die wichtigste Frage war natürlich:
„Wo ringt der ASV in der kommenden Saison?“ Mit dem
geplanten Abriss der Jahnturnhalle wird auch die
stimmungsvolle Atmosphäre begraben. Eine Lösung scheint
jedoch in Sicht. Wolfgang Fleischer ist aber vorsichtig mit
vorschnellen Informationen und wollte die Saaletalhalle in
Oberkotzau als kommenden Ort für die Heimkämpfe noch nicht
ganz bestätigen. „Wir sind noch in Gesprächen. Es sieht sehr
gut aus. Aufatmen kann ich aber erst, wenn die Unterschrift
unter dem Vertrag steht“, sagte Fleischer, der sich froh
zeigte, endlich eine geeignete Ausweichstätte für die
Ansprüche des Vereins gefunden zu haben.
Die neue Halle am Saaledurchstich sei
zwar logistisch von Vorteil gewesen, habe aber den
Platzansprüchen nicht genügen können. Somit kommt auf
Organisator Michael Kemnitzer eine Menge Arbeit zu, denn,
wie er sagt, „ein großer See-Container und eine halbe Garage
müssen erstmal bewegt werden.“ In Oberkotzau sei es möglich,
Teile des Equipments vor Ort zu positionieren und nicht
ständig abbauen zu müssen.
„Play-offs – gerne auch mehr“
Nicht abbauen, sondern ihre Fitness
aufbauen müssen die Athleten des ASV auch ein halbes Jahr
vor Saisonbeginn. Und dies tun sie in Zukunft unter der
Leitung von Dominik Zeh, der seinen Vater Horst auf der
Trainerbank ablöst und in Zukunft gemeinsam mit
Mannschaftsleiter Willi Popp das Team in der Bundesliga
betreuen wird. „Mein Vater wird uns aber weiter beratend zur
Seite stehen und sich auch am Trainingsalltag beteiligen“,
versicherte Dominik, der mit dem aktuellen Mannschafts-Kader
zufrieden ist. Kein Ringer bis auf die bereits gemeldeten
Filip Soukup und eben Dominik Zeh hat den ASV verlassen.
„Das zeigt, dass sich alle bei uns wohlfühlen“, betont
Oliver Herrmann, der zusammen mit Sport-Präsident Gerhard
Vogel für die sportlichen Belange zuständig ist und in engem
Kontakt mit den Trainern steht. Dominik Zeh hat als Ziel den
erneuten Einzug in die Play-offs ausgegeben. „Das ist unser
Anspruch – und vielleicht wird es auch noch mehr.“ Soll
heißen: „Wir wollen in Zukunft auch mal weiterkommen als bis
ins Achtelfinale.“
Um diese Ziele zu erreichen, hat der
ASV mächtig aufgerüstet. Ein Transfer überstrahlt dabei alle
anderen Neuverpflichtungen: Vom Luckenwalder SC kommt Marek
Svec für die 120-kg-Klasse. Der 36 Jahre alte Tscheche wurde
Fünfter bei den Olympischen Spielen in Peking. „Ein
absoluter TopMann, der die Lücke im Schwergewicht schließt
und es trotz seines Alters nochmal wissen will. Sein Ziel
ist Olympia 2012“, sagte ein erfreuter Dominik Zeh, der nun
neben den Freistil-Ringern Mehmedov (eigentlich
96-kg-Klasse) und Boyadir Boyadiev einen Weltklasse-Ringer
im Griechisch-römischen Stil aufbieten kann. Ebenso neu im
Team ist der Tscheche Arthur Omarov, der als Ergänzung für
Nachwuchstalent Ramsin Azizsir gilt. Dieser bleibt auch in
der kommenden Saison in Hof und schlug alle lukrativen
Angebote anderer Vereine aus. Wer alles am 17-Jährigen
interessiert war, wollte Zeh nicht sagen. Eine weitere
Auskunft konnte er aber über die 74- und 84-kg-Klasse geben.
Dort ringt künftig Marcus Plodek, der vom
Bundesliga-Absteiger Aachen-Walheim an die Saale wechselt.
„Ein ungewöhnlicher Sportler, der sich stetig
weiterentwickelt hat“, verrät der neue Coach, der in der
kommenden Saison taktischer agieren will.
„Es bringt uns nicht weiter, wenn wir
auch bei Auswärtskämpfen die beste Truppe stellen, und
einigen dann die Kraft in den Play-offs fehlt.“ Mit Absicht
verlieren will Zeh zwar keinen Kampf, „aber wenn sich die
Play-offs abzeichnen, dann können wir auch mal auf einen
Top-Ringer verzichten und ihn lieber für einen Topkampf
aufsparen“.
Nur auf einer Position sehen die
Verantwortlichen noch Handlungsbedarf. In der 96-kg-Klasse,
die Ahmed Mehmedov besetzt, müsse noch Verstärkung her.
„Doch der Markt ist abgegrast“, so Zeh, der jetzt noch bis
zur EM abwarten will. Bis zum 31. Mai können noch Ringer
verpflichtet werden.
Mit guten Vorzeichen geht der ASV Hof
somit in seine dritte Bundesliga-Saison. „Weiter
etablieren“, heißt es von Vereinseite. „Zumal es ab der
Saison 2010/2011 wieder eine zwei-, statt dreigleisige
Bundesliga geben wird. Wer dann in die Play-offs kommt, wird
weiter erstklassig bleiben“, sagte Gerhard Vogel, der mit
der bisherigen Arbeit im Verein absolut zufrieden ist. „Wir
denken gleich, sind positiv verrückt und ziehen an einem
Strang“, lobte er alle Beteiligten. „Mit dieser Einstellung
können wir noch viel erreichen.“ Dominik Zeh drückte es noch
offensiver aus: „Warum sollten wir nicht eines Tages
deutscher Meister werden?“, fragte er in die Runde. „Nur wer
sich Ziele setzt, wird sich auch weiterentwickeln.“
Kader ASV Hof
55 kg: Matthias Hader, Alexander Gavlik
60 kg: Radoslav Palchev, Svetoslav Neychev
66 kg: Petr Svehla, Ondrej Ulip, Thorsten Preiß, Sascha
Büchner
74 kg: Tomas Sobecky, Thorsten Preiß, Ramsin Azizsir
84 kg: Marcus Plodek, Ramsin Azizsir, Arthur Omarov
96 kg: Ahmed Mehmedov
Koloyan Dinchev (?)
120 kg: Marek Svec, Boyadir Boyadiev, Ivan Ivanov (?),
Ahmed Mehmedov
Zwei Siegertypen: Ramsin Azizsir bleibt trotz lukrativer
Angebote beim ASV Hof und will zusammen mit Neu-Trainer
Dominik Zeh den
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