| Meisterschaft im Jubiläumsjahr | ||||
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1971 wird die 1 . Ringermannschaft überlegen
Nordbayerischer Meister in der Gruppenliga Nord und steigt in die Bayernliga auf. Dabei
sind Martin Merz, Heinz Gebhardt und die bereits mehrfachen Bayerischen Meister Horst Zeh
und Willy Putzer die überragenden Ringer der Mannschaft. Peter Zeh und Dieter Köcher
lösen im Schwergewicht Rudi Meinhardt ab und Norbert Wandersee steht am Beginn seiner
Karriere. In dieser Zeit werden auch die jungen Nachwuchsringer Klaus Wohlleben, Wolfgang
Grünert, Wolfgang Hering und Horst Pankau in die Mannschaft integriert.
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Meistermannschaft 1971 (v.l.): Mannschaftsführer Willy Schläger, Norbert Wandersee, Horst Zeh, Karlheinz Gebhardt, Heinz Gebhardt, Martin Merz, Willy Putzer, Peter Zeh, Rudolf Meinhardt |
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Horst Zeh, ein Glückfall für den ASV |
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Geprägt werden die 70er Jahre aber vor allem
durch einen Namen: Horst Zeh. Als ihn sein Schulfreund Jürgen Braun 1964 zum
Ringer-Training mitnahm, ahnte noch niemand, welch große Karriere dem Zwölfjährigen
bevorstand. Um in der Zeit von 20.00 bis 22.00 Uhr am Training teilnehmen zu können,
schlich er sich häufig abends von zu Hause fort. Da schreckte ihn auch nicht die Tracht
Prügel ab, die ihn erwartete, wenn er dann bei seiner späten Rückkehr beim Einstieg
durchs Klofenster von seinem Vater ertappt wurde. Mit 14 besorgte sich "der Linser", wie ihn seine Freunde nannten, ein ärztliches Attest, um von nun an in der 1. Mannschaft starten zu können. Seine Meistertitel bei Oberfränkischen, Nordbayerischen und Bayerischen Meisterschaften kann man kaum noch zählen. Bei Deutschen Meisterschaften hatte er sich stets mit der starken Konkurrenz aus den Bundesligavereinen auseinanderzusetzen.Dennoch beweisen ein 3. und zwei 4. Plätze, daß er auch mit Bundesligaringern mithalten konnte. Bei den Mannschaftskämpfen der Bayernliga und Bayerischen Oberliga war er ohnehin jahrelang unbesiegt. |
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Trotz zahlreicher verlockender Angebote von
finanzstarken Bundesligavereinen blieb der Horst dem Athletiksportverein treu. Für den
Verein ein Glücksfall, wie sich später herausstellen sollte. Nachdem er 1973 das
Traineramt im Verein übernommen hatte, erlebte der ASV einen enormen sportlichen
Aufschwung, der schließlich im Jahre 1990 bis in die zweite Bundesliga führte. Auch der
Gewinn von 11 Deutschen Meistertiteln durch Hofer Nachwuchsringer in den letzten 15 Jahren
ist vor allem auf die gute Trainerarbeit des Horst Zeh zurückzuführen. Dabei wurde er
immer von seinen Assistenten Wolfgang Grünert, Wolfgang Fleischer, Norbert Wandersee und
Artusch Tumanjan unterstützt. Horst Zeh beendete mit seinen beiden Aufstiegskämpfen zur 2. Bundesliga gegen den ASV Kornwestheim seine außerordentlich erfolgreiche Ringerkarriere. In den 25 Jahren bestritt er rund 300 Mannschaftskämpfe für den ASV Hof. Die Niederlagen konnte man an den Fingern einer Hand abzählen. Als hauptamtlicher Trainer ist er weiterhin beim Verein voll engagiert und seit 1989 sogar zum Landestrainer in Bayern berufen.
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| 1976: Zweite Mannschaft | ||||
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Die gute Trainerarbeit
Zehs war auch mit ein Grund dafür, daß der Verein großen Zulauf erhielt. So konnte man
1976 eine zweite Mannschaft stellen, die für viele Ringer das Sprungbrett zur ersten
Mannschaft werden sollte.
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| 1976: Damengymnastik | ||||
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Daneben wird im
gleichen Jahr erstmals eine Damengymnastikgruppe ins Leben gerufen. Nun wurden auch Frauen
als Mitglieder in den Verein aufgenommen.
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| Verstärkung durch die Brüder Stettinius | ||||
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Im Jahre 1976 wechselten dann die beiden
Brüder Peter und Alfred Stettinius aus dem hessischen Immenhausen nach Hof und wurden zu
einer wesentlichen Verstärkung der Hofer Staffel.
Peter
Stettinius, damals bereits Hessischer Jugendmeister, war natürlich aufgrund seiner
Erfolge, ebenso wie Horst Zeh, auch von Bundesligavereinen begehrt. 1979 wurde er als
17jähriger Bayerischer Doppelmeister der A-Jugend, bei den Senioren Bayerischer Meister
im freien Stil, sowie Vizemeister im klassischen Stil. Pech für ihn war, daß er sich bei
einem Vorbereitungslehrgang zur Deutschen Meisterschaft die Hand brach und 1979 an keiner
Deutschen Meisterschaft teilnehmen konnte. Außerdem mußte er aus dem deutschen Aufgebot
für die Junioren-Weltmeisterschaft in Colorado Springs/USA gestrichen werden.
Doch ein
Jahr später gewann er wieder bei den Bayerischen Seniorenmeisterschaften im freien Stil
den Titel und wurde im griechisch-römischen Stil Vizemeister. Der Höhepunkt seiner
Laufbahn war dann der 2. Platz bei den Deutschen Freistilmeisterschaften vom 28. - 30.
März 1980 in Hof.
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| Thomas Ziegleder Deutscher Meister | ||||
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Als man die
Bayerischen Meistertitel eines Horst Zeh schon nicht mehr mit den Fingern einer Hand
aufzählen konnte, kam 1971 Thomas Ziegleder als 7jähriger Knirps zum ASV Hof. Unter den
Fittichen seiner Trainer Horst Zeh und Wolfgang Grünert reifte er bis zu seinem 14.
Lebensjahr zum Modellathleten: 1,84 m groß, breite Schultern, muskulös, durchtrainiert.
Die sportlichen Erfolge waren quasi vorprogrammiert. Jeweils 1977 und 1978 Bayrischer
Meister der B-Jugend, gewann er im Schülerschwergewicht 1978 den deutschen
Vizemeistertitel. Eine Sonderregelung berechtigte ihn fortan auch in der Seniorenstaffel
zu ringen. Um dort nicht verheizt zu werden, startete Thomas zunächst in der 2.
Mannschaft und gewann seinen ersten Mannschaftskampf auf Anhieb.Mit Kraft, Technik und
seiner Erfahrung aus den Mannschaftskämpfen war Thomas 1980 bei den Bayerischen
Jugend-Titelkämpfen wieder Erster geworden und für die Deutschen Jugendmeisterschaften
im Freistil in Dortmund qualifiziert. Dort besiegte der 16jährige, 1,90 m große
Modellathlet seine vier Gegner entscheidend und wurde souverän Deutscher Meister in der
Klasse bis 87 kg.Auch Bundescheftrainer Heinz Ostermann war von der Leistung Ziegleders
beeindruckt, so daß er ihn nach Abschluß der Titelkämpfe für die
Jugend-Weltmeisterschaft in Colorado - Springs/USA nominierte.Bei der Weltmeisterschaft
platzten aber seine Medaillenträume wie Seifenblasen. Zu nervös und aufgeregt war er,
dazu kam noch Lospech. Ausgerechnet gegen die Stärksten im Zehner-Feld mußte der Hofer,
der jüngste Teilnehmer der WM, antreten. Der Holländer, der nach Punkten hinten lag,
dann aber eine Unaufmerksamkeit Ziegleders ausnutzte, wurde Vize-Weltmeister, und der
Japaner, im Duell gegen den Hofer eindeutig Chef auf der Matte, hatte Bronze geholt.
Dennoch war alleine die Teilnahme für Thomas Ziegleder und dem ASV Hof ein toller Erfolg.In den
Jahren 1981 und 1982 sorgte er nochmals für Schlagzeilen, als er jeweils in der Klasse
über 87 kg bei den Bayerischen Jugendmeisterschaften im freien Stil den Titel holt und
1982 Deutscher Vizemeister wird.
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Deutsche Meisterschaften 28. - 30. März 1980 |
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Im Jahre 1980 wird dem ASV Hof die ehrenvolle
Aufgabe zuteil, die Deutschen Freistilmeisterschaften der Senioren auszutragen.
Deutschlands beste Ringer kommen vom 28. - 30.März 1980 nach Hof, um sich in der Freiheitshalle neben der Meisterschaft auch die Fahrkarten zu den Olympischen Spielen in Moskau zu sichern. Unter ihnen sind bekannte Namen wie Martin Knosp, Adolf Seger, Eduard Giray, Peter Neumair, die bereits internationale Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei Olympischen Spielen vorweisen können. |
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| Drei Hofer Teilnehmer | ||||
| Auch drei Hofer sind startberechtigt. Die beiden mehrfachen Bayerischen Meister Horst Zeh und Peter Stettinius haben sich für die Teilnahme über die Bayerischen Meisterschaften qualifiziert. Der vielfache ober- und unterfränkische Meister und sehr erfolgreiche Mannschaftsringer Wolfgang Grünert konnte den obligatorischen Freiplatz des Veranstalters einnehmen und belegte trotz guter Kämpfe gegen Bundesligaringer letztlich Platz 11. Großkampfstimmung herrschte als Lokalmatator Horst Zeh die Matte betrat. Gegen den Aalener Bundesligaringer Eduard Weizmann - immerhin schon einmal Deutscher Meister im Federgewicht - erkämpfte er einen 9 : 7 Punktsieg. Sein Lospech blieb ihm aber auch bei den Titelkämpfen in seiner Heimatstadt treu. Gleich in Runde 2 traf Zeh auf Titelverteidiger Hermann Lohr aus Kelheim, der im Laufe des Kampfes seinen 3-Punkte- Vorsprung routiniert über die Zeit rettete. In Runde 3 kam schließlich das Aus für den Hofer, als er gegen den späteren Titelgewinner Michael Kuhn aus Witten eine 0:5-Punktniederlage einstecken mußte. Als schwacher Trost blieb ihm nur: keine Schulterniederlage und ein 7. Platz in diesem Klassefeld. | ||||
| Peter Stettinius Deutscher Vizemeister | ||||
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Fünf
Sekunden fehlten dem Hofer Papiergewichtler Peter Stettinius zum Gewinn der Deutschen
Seniorenmeisterschaft. Stettinius führte gegen den späteren Titelträger Rainer Heugabel
im vorentscheidenden Kampf der vierten Runde Augenblicke vor dem Schlußgong noch mit 6 :
5. Die 1500 Zuschauer riß es von den Sitzen. Sie wollten den großartig ringenden Hofer
schon feiern, als der clevere Hesse eine kleine Unachtsamkeit seines Kontrahenten zu einer
Zweier-Wertung nutzte. Dennoch: die Vizemeisterschaft war für Peter Stettinius und den ausrichtenden ASV Hof ein riesiger Erfolg. Heugabel errang den Deutschen Meistertitel von 1982 bis 1995 noch weitere 14 mal !In den anderen Gewichtsklassen gab es die erwarteten Favoritenerfolge durch Willi Heckmann (bis 48 kg), Hans Partsch (bis 57 kg), Eduard Giray (bis 62 kg), Martin Knosp (bis 74 kg), Adolf Seger (bis 82 kg), Peter Neumair (bis 90 kg) und Willibald Liebgott (bis 100 kg). Ein Höhepunkt der Veranstaltung war auch die begeisternde Abschiedsvorstellung des mehrfachen Weltmeisters Adolf Seger, der in Hof seine zehnte und letzte Meisterschaft gewann. Zum Leidwesen aller Ringsportfans wollte er nach den Olympischen Spielen 1980 in Moskau seine Karriere beenden. Doch wegen des folgenden Olympiaboykottes vieler westlicher Länder blieben ihm und den anderen Sportlern die Teilnahme versagt.
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| Aufstiegskampf zur zweiten Bundesliga | ||||
| Ein weiterer Höhepunkt im Erfolgsjahr 1980 waren zweifellos die beiden Aufstiegskämpfe zur 2. Bundesliga gegen den TSV Aichach. Die 1. Ringermannschaft hatte im letzten Kampf mit einem 29 : 11 Sieg über den TSV Weißenburg die Meisterschaft in der Bayernliga Nord geholt. In der Bayernliga Süd hatte sich der TSV Aichach für die Aufstiegskämpfe qualifiziert. 1500 Zuschauer konnten in der Freiheitshalle im Heimkampf einen 23 : 19 Sieg des ASV Hof feiern und sahen hochklassige Kämpfe. Da waren die beiden Schultersiege der Stettinius - Brüder, da tobte die Halle, als Norbert Wandersee im "Kampf seines Lebens" den starken Türken Düdükcü mit 23 : 8 Punkten deklassierte und ein Wolfgang Grünert in Hochform seinen Gegner mit einem Bilderbuch-Kopfzug auf die Schultern schmetterte, da trieben "Willy-Willy"-Sprechchöre den Hofer Schwergewichtler Willy Putzer gegen den um einen Kopf größeren Franz Stegmeyer zu einer kämpferischen Höchstleistung und Horst Zeh's Gegner gab bereits nach 10 Sekunden auf. Doch eine Woche später beim Rückkampf wuchsen die Aichacher in ihrer ausverkauften Sporthalle über sich hinaus und besiegten die ersatzgeschwächte Hofer Staffel mit 26,5 : 13,5. Allerdings wurden die Hofer von Bundesligakampfleiter Schakeri aus München in drei Kämpfen klar benachteiligt und dabei zweimal um einen Schultersieg betrogen. | ||||